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hallo leute,

ich weiß, das dieser blog hier voll den bach runter gegangen ist, da müssen wir uns nicht vormachen haha

ABER:ich muss diesen blog noch einmal benutzen, bevor ich ihn der vergessenheit und dem zustand des nicht-gebraucht-werdens übergebe.ich habe nämlich eine große ankündigung zu machen und hoffe, ihr habt euch im gegensatz zum verehrten herr nicht-mehr-präsident wulff noch nicht gänzlich von meinem blog abgewendet.

drei tage nach meinem rückflug gibts eine dicke feier aus dreierlei gründen, welche bitte unten nachzulesen sind haha

ich bitte alle meine freunde, die diesem blog noch einen besuch abstatten, zu kommen und ihr kommen auch früh genug anzukündigen, was ebenfalls unten näher erläutert wird

 wenn ihr zeit und lust habt, können ja die glücklichen rezipienten dieses textes einfach mal die anderen anrufen und fragen, ob sie denn von der coolen party gehört hätten.ich würde nämlich wirklich gerne möglichst viele alte gesichter zum wiedersehen und feiern begrüßen.also, hängt euch rein und haltet euch den tag frei, denn das wird eine geile party.

zum schluss muss ich alle, die jetzt weiterlesen, warnen:

wenn man alt wird, entwickeln manche leute einen hang zur poesie und komischer vermittlung von informationen in einladungen haha^^

wundert euch also nicht über die einladung, die im folgenden die wichtigsten informationen zur party weitergibt.

 

 

„HOFGESCHNATTER“

Fideln und Feiern im Gutshaus

 

Wer –Warum - Wie - Was – Wann  

++++Jutta freut sich über ihre fortschreitende Lebensmitte -

bei  fitter Gesundheit und wünscht sich all ihre Freunde aus Hamburg und nächster Umgebung zum Feiern

 

+++Kim freut sich, auf weitere aufregende 21 Jahre – touristisch immer up to date

 

++++Kris freut sich, dass er wieder zu Hause ist und sein Afrika-Abenteuer soooo gut gepackt hat

 

Liebe Freunde betrachtet dies als persönliche Einladung (!) zu einem „Hofgeschnatter“ auf dem Land, am: 23.März  bis 25. März 12.

Sohlener Gutshof….in der Nähe von Magdeburg,

Hotelbetten i.d. Nähe sind reserviert,

für ruhig Schlaf ist also gesorgt!

Routenbeschreibung anbei.

Wäre lieb, wenn wir rechtzeitig wüssten, ob Ihr dabei seid. Bitte gebt kurz eine Nachricht per Mail an: kridi_greyer@yahoo.de

 

Eurer Kris

 

28.2.12 19:30


Was man sucht und was man findet

"Afrika ist die Wiege der Menschheit.Wir Europäer finden hier etwas, das wir in Europa vergeblich suchen."

Bevor ich hergefahren bin, war mir nicht klar, wie sehr das zutrifft. Der afrikanische Kontinent hat trotz aller entwicklung und trotz jedem fortschritts etwas in seinem wesen behalten, was viele europäer, mich eingeschlossen, anzieht und fasziniert.deshalb kann ich auch ohne zu lügen sagen, ich könnte eigentlich über jeden tag was schreiben, weil ich jeden tag dieses gefühl der ungezwungenheit, dieses afrikanische gefühl neu erlebe und es mich mit immer neuen situationen überrascht.

und deswegen möchte ich mich auch entschuldigen, dass ich erst groß aufruhr gemacht hab und jetzt nichts schreibe.ehrlich gesagt vergesse ich das oft, und die anderen male bin ich schlicht und ergreifend zu faul.naja, das ist wohl wenig überraschend.dabei ist es wirklich so, dass ich jeden tag eigenlich was schreibwürdiges sehe und erlebe.selbst, wenn es nur das ist, dass ich mittlerweile von den jungs am strand attestiert bekomme, dass ich den ataja professionell brauen kann.oder dass ich hier zwei finnische jungs getroffen habe, die ungefähr zur gleichen zeit angekommen sind wie ich, in dem restaurant neben lahmin's beach bar arbeiten und noch nicht wissen, wann sie zurückfliegen.ich hab selten so korrekte jungs getroffen, zumal ich, wenn ich will, auch bei denen arbeiten kann und ich nach möglichkeit mit den beiden volleyball spiele.sie meinten zu mir, sie würden gerne bis juli hier bleiben, aber sie wiessen es halt noch nicht.das muss man sich mal klarmachen.interessante leute trifft man halt überall.

oder ich könnte darüber schreiben, wie wir einmal, als wir mit dem auto auf die nordbank gefahren sind, um benötigtes material zu transportieren, auf dem rückweg drei stunden warten mussten, um über den fluss zukommen.und das bloss, weil die korruption hier wirklich stark ausgeprägt ist.hier geht es nicht mehr darum, wer dem einweiser für die autos geld gibt, um auf die fähre zu kommen, sondern wer wieviel gibt und welche kontakte er hat.im endeffekt sind wir dann um 7 oder halb 7 auf die fähre gekommen, was mich aber gar nicht gestört hat, weil die fährüberfahrt bei nacht auch ein schönes erlebnis war.

aber es gibt auch dinge, die total neu für mich sind.so hatte ich zum beispiel vorher noch nie das vergnügen gehabt, das gefühlschaos einer malaria-ansteckung zu erleben.auch diesen punkt habe ich nun erfolgreich abgehakt.da es allerdings nicht die ernste form der malaria war, hab ich mir sagen lassen, dass das gefühl dem einer grippe gleicht.zum glück ist die medizinische versorgung bei einer malaria sehr gut, sodass ich nach zwei tagen wieder voll da war.aber immerhin habe ich das jetzt auch erlebt.

der grund, warum ich zwar soviel allgemeines schreiben könnte, es bei der arbeit aber mangelt, ist ein ganz banaler.nämlich der, dass es einfach nicht soviel zu schreiben gibt.wir hatten zwar jetzt schon wieder ein paar fahrten zur nordbank mehr, allerdings ist der ablauf immer ähnlich und nicht spannend zu erzählen.die arbeit, die wir auf der nordbank verrichten, ist eher eine bürokratische als eine wirklich handfeste.das ist keinesfalls negativ gemeint, erklärt aber, warum ich nicht soviel darüber schreibe.im grunde fahren wir rüber, bringen bestimmte dinge zu bestimmten familien(z.B. matratzen oder reis), besprechen mit dem baunternehmer, der die notfall-apotheke renoviert, die nächsten bauschritte, besuchen dann noch ein paar familien, um geld auszuzahlen und fahren dann wieder zurück.diese arbeit ist ohne zweifel sehr wichtig, unterscheidet sich aber doch von meiner romantisch leicht verklärten vorstellung, im angesicht meines eigenen schweißes und mit eigenen händen mauern für kinderheime und schulen hochzuziehen und fußböden zu verlegen.

dass ich diese art von selbstverwirklichung hier vergeblich suche, stört mich herzlich wenig.ich würde fast sagen, es ist mir gleich.denn schließlich habe ich gegensatz die möglichenkeit gefunden, vollkommen frei und ohne touristischen aufpreis ein kontinent, ein land und vorallem ein lebensgefühl zu erleben und zu entdecken, von dem ich nicht wüsste, das es in dieser form auf der welt überhaupt noch existiert.in diesem zusammenhang muss ich alle, die erwartet haben, ich würde mir hier pünklichkeit oder ähnlichen kokolores angewöhnen, leider enttäuschen, denn dazu bin einfach auf den falschen kontinent geflogen.sorry haha^^ hier gelten, zumindest zum größten teil, noch andere gesetze.da kann es halt mal passieren, dass jemand, der mal eben zucker in dem vllt. 800 meter entfernten laden kaufen wollte, für 3 stunden verschwunden ist und dann wieder auftaucht, nur um zu sagen, dass er den zucker vergessen hat.ja, hier läuft das alles irgendwie grundsätzlicher, einfach in langsameren bahnen und hat auch einfach eine andere zielsetzung.ich will nicht behaupten, dass die leute hier keine ziele vor augen haben oder vollkommen faul sind, aber die mentalität ist einfach ungezwungener und genügsamer.die leute treffen sich, reden, trinken ataja und gehen ihren geschäften nach.wenn sie genug geld für den tee haben und abends ein bisschen was für abendessen und frühstück nächsten morgen, dann sind viele schon zufrieden, und das ist eine herrliche atmosphäre, die ich gerne in mich aufnehme.

naja, was man sucht und was man findet, wa? ich bin sehr glücklich mit dem, was ich hier finde.obwohl ich mir nicht mehr sicher bin, was ich eigentlich suche.aber glücklicherweise muss ich das hier auch nicht wissen. 

was ich aber weiß ist, dass ich euch zu hause vermisse, trotz all der schönen erfahrungen.allerdings glaube ich, dass ich es hier nur so genießen kann, weil ich weiß, dass ich eines tages wieder nach hause fahren werde, um euch das alles zu erzählen.und bevor ich es vergesse,

wünsche ich allen, die das hier lesen, schöne weihnachten nachträglich und natürlich ein frohes neues jahr 2012.ich hoffe, ihr hattet einen guten rutsch und habt schön gefeiert.ich hab es auf jeden fall gemacht.das erste mal weihnachten ohne familie war zwar komisch und ungewohnt, aber mindestens genauso ungewohnt war weihnachten und silvester ohne beißende kälte haha. und natürlich gratuliere ich allen, die mittlerweile geburstag hatten, ganz herzlich nachträglich zum geburstag (obwohl ich mir nicht sicher bin, wer das ist haha; aber ich bin mir sicher, dass es jemand ist - in diesem zusammenhang würde ich gerne die doch nicht unbedeutende entfernung als milderne umstände geltend machen^^) ich danke schonmal im vorraus

ok, wenn mal wieder was wirklich wichtiges passiert, werde ich natürlich darüber berichten, da dieser text nun eher einen theoretischen charakter hatte, aber im moment ist es halt ganz ruhig.vllt. ende januar, wenn die ärtzte kommen.

bis dahin, haltet die ohren steif und hauter rin

k.

p.s.:meine e-mail adresse steht unter "Über..." aufm webblog links

1.1.12 19:31


eilnachricht...gerade reingekommen

hallo leute,

diesmal schreibe ich mal früher, damit sich nicht immer ansammelt und ich nicht soviel auf einmal schreiben und ihr lesen müsst.ich denke, dass ist für beide seiten angenehm oder was?

also ich war mal wieder am strand mit den beiden anderen und bevor ihr was sagt, ja, ich weiß, das ist langweilig, aber ich hab nichts besseres zu tun^^ also, was soll's.außerdem war es wieder ein sehr guter tag, weil ich eine strandbar gefunden habe, wo es echt nette leute gibt und wo sie jeden tag volleyball spielen(und da waren auch leute in meinem alter,wow!)

naja, ich war da dann so ab halb 2 oder so und ungefähr bis 6 oder kurz vor 6(seit ich kein handy mehr hab, richte ich mich nach der sonne...funktioniert kein bisschen haha) das leben am stran fängt am wochenende erst so ab 5 oder 6 an, und dementsprechend war auf meinem rückweg viel los am strand.ich hab auch so eine art improvisierte artistengruppe gesehn und einer von denen hat bestimmt einen 8-fachen flik-flak gemacht! voll geil, würde ich auch gern können.zumindest hat mich dann ein typ angesprochen, der sich als maik vorgestellt hat(den richtigen namen konnte ich mir nicht merken) und mit dem bin ich dann nach hause gegangen.der war echt nett und meinte, er geht zur reggae-night naach sislas oder so ähnlich.das ist jeden sonntag und ich wollte da immer schonmal hin(also seit ich hier bin).er meinte, er kann mich abholen und um halb 10 hat er das auch gemacht und wir sind dann zu einem kleinen gebäude in strandnähe gegangen.zu beginn war da noch nicht viel los.es gab einen innenraum mit bar, eine wirkliche tanzfläche und daneben eine art terasse.die terasse war mit einer kleinen brücke mit dem strand verbunden, aber es gab auch noch weitere zugänge.

wir sind also direkt auf die tanzfläche gegangen und haben und dahingesetzt.er hat mich seinen kumpels vorgestellt und ich hab ein bisschen mit denen gelabert.aber ich muss sagen, dass es trotz aller offenheit immer komisch ist, hier als fast einziger weißer unter der schwarzen bevölkerung zu sein.aber auch nur, weil man halt angekuckt wird.diese reggae-night existiert weitab des tourismus und da gehen halt nur einheimische hin.alle waren nett zu mir und keiner irgendwie unfreundlich oder abweisend, aber man wird das gefühl des anders-seins nicht los, egal was man macht.aber ich denke, das wird in den nächsten wochen besser.

zumindest wurde es immer voller mit der zeit, allerdings habe ich fast nur kerle gesehen.wirklich kaum frauen.zuerst haben zwar nur wenige getanzt, aber je später es wurde, desto voller wurde es und wurde wirklich ausschließlich reggae musik gespielt.das hat mich auch nicht weiter gestört.das schöne an dem ganzen abend war zu sehen, dass die musik für die leute hier einen anderen stellenwert hat.alle haben am ende getanzt, jeder für sich und doch gleichzeitig alle für jeden und für die musik.es war ein gefühl, welchem man sich nicht lange erwehren konnte und mich hat es am ende auch mitgerissen und ich hab einfach drauflos gezappelt.man konnte überall geschlossene augen sehen, weil das sehen in dem moment zweitrangig hinter dem hören zurückblieb und nicht wenige lieder wurden von den tänzern wie von einem guten kirchenchor lauthals mitgesungen.das gefühl, mitten in dieser meer as stimmen zu stehen und sich dann genauso gehen zu lassen wie alle anderen, lässt sich eigentlich nicht beschreiben.sowas muss man erleben.es war wirklich eine unglaubliche erfahrung, die ich da erlebt habe.wenn ich mir vorstelle, dass das jeden sonntag so geht, dann kriege ich gänsehaut haha.ne, ernsthaft jetzt, nächsten sonntag geh ich wieder hin.

tja, und das wars jetzt für diesen text.ziemlich human diesmal,finde ich.vielleicht schaffe ich es an jetzt, immer so zu schreiben.

aber ich würde nicht drauf wetten^^

30.11.11 16:48


die augen brauchen mehr zu trinken...

hallo liebe daheimgebliebene,

aufgrund meiner schreibfaulheit (als wäre ich nur in der hinsicht faul haha) habe ich mich nicht im eher im stande gesehen, einen weiteren meiner zweifelsohne literarisch wertvollen reiseberichte zu verfassen.dabei gab es schon eine dinge und erlebnisse, die einem eigenen text würdig gewesen wären

so war ich das erste mal auf der nordbank, hatte mehrere erlebnisreiche starndaufenthalte, mein handy wurde geklaut und ich habe neue bekanntschaften gemacht und bereits geschlossene vertieft.dabei muss ich zugeben, dass die anzahl der erlebnisse in keinem verhältnis zu den tagen steht, die ich schon hier bin, aber das kommt sicher noch

aber der reihe nach:

in den tagen nach meinen letzen bericht haben achim und ich die erste längere strandtour gemacht(ca. 40 min.)dabei habe ich nicht nur gemerkt, dass der strand hier in gambia eigentlich ganz schön ist, sondern auch, dass dieser fakt ebenfalls schon längst von der hotelbranche und den einheimischen erkannt und entsprechend vermarket wurde.so kommt es dazu, dass sich zu der willkommenen monotonie des meeres auf der einen seite die lästige monotie der tourismusbranche auf der anderen seite gesellt.da besteht die flora und fauna nämlich nur aus hotels, strandbars und kleinen ständen der einheimischen, sowie sonnenschirme und sonnenbetten.

dazu kommt, dass dich auf einer 40-minütigen wanderschaft gefühlte 50 personen ansprechen und dich einladen, entweder auf einem sonnenbett platz zu nehmen oder einen fruchtsaft zu trinken.und mal unter unsffenheit hin oder her,aber wenn dir anscheinend die halbe bevölkerung dises landes einen fruchtsaft anbietet, dann fängt man automatisch und aus purem guten willen, einen mord zu verhindern, an zu sagen, dass man vladimir heißt, aus russland kommt und kein englisch versteht.russland kennen hier nämlich die meisten nicht.

am dienstag der darauffolgenden woche stand dann der erste trip auf die nordbank an. das hieß: um 6 uhr aufstehen! da war es noch dunkel!dunkel!!!hier! dazu kam, dass ich dann, mich im düsteren haus orientierend(wir hatten zu dem zeitpunkt kein strom), einer 6 cm langen kakerlake über den weg lief, welche dann schnell flüchtete.

 naja, nach zwei tassen kaffee wurden wir dann vor unserem haus von werner und hatabou, einem einheimischen mitglied des vereins, mit dem auto abgeholt.nach einer halbstündigen autofahrt, auf der es mir nicht einmal gelang, zu schlafen, und der kontrolle eines militärpostens, der eigentlich nur geld abgreifen wollte, kamen wir dann im hafen von serekunda an.wir mussten zu fuß auf die fähre, weil werner schwul ist, das hier ein verbrechen ist und die leute werner nicht im auto auf die fähre lassen.wir also zu fuß auf die fähre und nach einer äußerst zugigen 40-minütigen überfahrt wieder zu fuß runter.nun in barra angekommen hieß es erstmal:frühstück.in diesem fall hieß das ziegengulasch mit tappa lappa und fanta.gut.nach diesem "ausgiebigen" frühstück besorgten wir uns auf dem markt in barra zwei taxis, da peter und lahmin mitterweile zu unserer gruppe gestoßen sind.der hafennahe markt in barra glich einem ameisenhaufen, nur das er bedeutend dreckiger war und ich zu jedem zeitpunkt dort da gefühl hatte, dass jeder atemzug aufgrund der abgase und des mülls nachhaltig schaden in meinem körper anrichtete.aber egal.

nachdem wir dann also in barra losgefahren sind, erreichte unsere kolonne nach einem kurzen zwischenstopp in njongong, wo wir ein mädchen gesucht aber nicht gefunden haben, das hauptziel des tages: das dorf ndofan.dort angekommen, besichtigten wir auch gleich das herzstück der bemühungen des vereins auf der nordbank, nämlich die schule.nach diversen gesprächen mit dem neuen direktor, lehrern und der besichtigung der schulküche, einer geldübergabe und einem abstecher in ein nachbardorf wurde dann das ziel unserer zukünftigen anstrengungen hier in gambia in angriff genommen.zu dem zweck bewegte sich eine delegation, bestehend aus dem direktor, ein paar lehrern, unserer gruppe sowie einem lokalen bauunternehmer, in richtung einer kleinen apotheke vor der schule, um die maßnahmen und deren kosten für eine komplette sanierung des gebäudes zu besprechen.anfangs noch bemüht, zuzuhören, mitzuschreiben oder mich wenigstens als fotograf verdient zu machen, verlor ich ungefähr nach einer halben stunde das interesse an den diskussionen.diese schienen sich nämlich eher um das für und wider von abtreibung, den kategorischen imperativ von kant und dessen mögliche anwendung auf das wirkliche leben und die daraus resultierenden folgen oder aber um die tatsächliche gradzahl, bei der blei schmilzt, zu drehen als um balken, farbe für den innenraum oder einen wirksamen termitenschutz.zumindest ließ die länge der gespräche auf streitfragen dieser epochalen ausmaße schließen.nachdem wir dann anch einer ewigkeit, wie mir erschien, ein ergebnis hatten, ging die ganze delegation wieder zurück zur schule und es gab ein großes verabschieden.danach stiegen wir in unsere taxis, welche die ganze zeit über gewartet haben, und fuhren zurück nach barra, setzten mit der fähre über und fuhren dann schlussendlich nach hause.

nach einigen weiteren tagen der produktiven faulheit verschlag es mich wieder an den strand.dort blieb ich dann auch den ganzen tag über, wodurch meine immer weiter perfektionierte technik des faulenzen ihren höhepunkt für diesen tag ereichte, und lernte noch, ataja zu brauen.ataja ist ein grüner tee, der hier an jeder straßenecke getrunken wird.das brauen ist relativ simpel, wodurch dieser tee für mich das sinnbild der produktiven faulheit geworden ist.man muss dafür nichteinmal aufstehen.natürlich wollte ich das lernen.ich fragte bob, einen angestellten bei lahmin, oder er mir das beibringen kann und er tat es.um grunde muss man nur immer wieder den tee von einem glas in das andere kippen und das ganze ziemlich oft wiederholen.ist aber wirklich entspannt.ich kann es ja mal zeigen, wenn ich wieder da bin.ich hab nämlich den ganzen stuff dafür schon gekauft und nehme ihn mit nach hause.

wieder ein paar tage später kam fuhr ich abends mit dodo zurück nach serekunda.ich hatte ihn den tag über bei sich zuhause besucht und abends gings halt wieder zurück.auf der taxifahrt hat mir dann mein sitznachbar langsam, und sehr gekonnt übrigens, das handy aus der tasche gefischt.ich hab das natürlich erst gemerkt, als wir schon wieder auf der straße waren.der taxifahrer fuhr nochmal zurück und wir suchten nochmal nach dem kerl, aber der war natürlich schon abgetaucht.shit happens! ich kauf mir dann nächsten monat ein neues.

zuletzt würde ich gern noch von einem strandspaziergang erzählen, denn ich in der letzten woche auf eigene faust unternohmen hatte.der sollte mich nämlich an das nördliche ende des strandes führen, was er auch getan hat, da das ende nur ungefähr 4 km weg ist^^ aber gut, es war trotzdem anstrengend genug.neben den unzähligen "gesprächen", die ich geführt habe, konnte ich zum glück auch ecken des strandes sehen, die noch etwas naturbelassener waren.das gipfelte darin, dass ich eine steilkiste bewundern durfte, welche ganz aus lehm zu bestehen scheint(foto kommt, wenn ich es hinkriege).nach diesem trip habe ich mich dann erstmal mit einem sandwich belohnt, welches ich in einer strandbar ganz in der nähe käuflich erwarb.dann habe ich mich in eine der äußerst bequemen hängematten gechillt und im schatten der palmen und begleitet vom rauschen des meeres mein sandwich gegessen.das war wirklich ein moment vollkommener zufriedenheit, wie ich ihn nur selten erlebt habe.ich konnte wirklich meine seele baumeln lassen und habe die atmosphäre der unbekümmertheit mit jeder zelle meines körpers genossen, wobei ich mich von der külen brise des meeres treiben ließ.da konnte man wirklich seine seele mit purer lebensfreude auftanken.es war großartig!

nach dem rückweg vom quell des lebens(haha jetzt wirds kitschig) saß ich dann noch bei lahmin und habe, während ich auf den sonnenuntergang gewartet habe, ein sehr nettes gespräch mit zwei engländern(sue und ian) geführt.vom sonnenuntergang habe ich dann auch ganz nette aufnahmen gemacht, die auch noch kommen, wenn ich es hinkriege.

so jetzt ist es aber genug.meine güte, soviel kann ja keiner lesen.aber vielleicht sollte ich auch nicht immer solange warten, dann gibts auch nicht soviel zu schreiben.

naja, hauter rin leute.wir sehen uns

k.

26.11.11 16:00


the whitest boy alive is still alive...

hallo leute,

nun schreib ich ma meinen nächsten eintrag...ich wollte heute eigentlich schon früher schreiben, aber ich hatte da noch ein leichten schädel und musste noch ne runde pennen, weil ich letzte nacht das erste mal abends weg war und erst halb 4 zuhause war haha

allerdings ist die letzte nacht auch der grund, warum ich die text überhaupt mit inhalt füllen kann, weil die nacht ging mal gar nicht klar

angefangen hat das mit einem ganz normalen essen im ali baba, bei ganz entspannter reggae-livemusik und einem guten steak vom grill^^ so weit, so gut

auf dem weg zum ali baba habe ich Big Du getroffen, einen einheimischen, der aber lange zeit in Hamburg gewohnt und gearbeitet hat und auch dementsprechend gut deutsch konnte

als er meinte, er kommt aus hamburg, bin ich erstmal leicht ausgeflippt-ich mein, ein Hamburger, hier in Gambia! geile sache!

ich hab mich auch den ganzen abend nett mit ihm unterhalten und hab ihm auch was spendiert( also wenn sich zwei hamburger in afrika treffen, ist das jawoh das mindeste) und er war wirklich sehr nett und aufgeschlossen...halt ein echt cooler typ

mit am tisch saßen noch eine gewisse frau könig, welche sich auch ihrem nachnamen entsprechend gegeben hat, meine vermieterin mariane und ute, eine frau, die bereits in deutschland oma ist und in serekunda für drei wochen urlaub macht und fast jeden abend feiern geht - echt krass

der abend wurde älter, die musik besser und die leute gingen langsam auf die tanze, um zu der musik im grunde eigentlich nur mitzuwippen, und dann sah ich die erste koryphäe des abends: den Ur-Deutschen! aber um dessen wiederholten auftritt in meinem leben zu würdigen, muss ich weiter aushollen:

der eigentlich erste auftritt war nämlich ein paar tage früher vor einem supermarkt: ich sah einen mann, dem äußeren nach ungefähr 200 jahre alt, welcher beinahe alle urlaub-klischees des deutschen in sich vereinte: hochgezogene tennissocken in sandallen,eine dreiviertel-hose,eine gebogene cappi auf dem kopf, und das beste, ein komisches safari-hemd mit einem emblem der deutschen flagge auf dem arm. ein meisterwerk der deutschen reisekultur!

diesen mann sah ich letzten abend wieder.er war alleine im ali baba und ist ab irgendeinem zeitpunkt bei jedem lied auf die tanze gegangen und hat sich dazu, zwar etwas steif, hin und her bewegt. es war echt amüsant. und könnt ihr euch an den move erinnern, bei dem man seine knie zusammenschlägt und immer seine hände kreuzt und entkruezt? den hat er auch gemacht, aber immer total schlecht haha viel zu geil

naja soviel dazu also der abend im ali baba war auf jeden fall lustig, wie ihr euch denken könnt und irgendwann sind marianne, jetzt mit ihrem einheimischen freund simon und frau könig gegangen und ich bin mit reiner, seiner einheimischen freundin und ihrem bruder ins green mamba gegangen.reiner ist ungefähr mitte bis ende 50, computerexperte und wohnt schon fast das ganze jahr in gambia. nächsten monat wird er seine freundin heiraten und wird damit zum könig eines 2x2 quadratkilometer großen gebietes(!) naja wie gesagt, wir waren im green mamba, eine ganz nette bar und haben da noch ein bier getrunken und habne ein bisschen gequatscht. da waren allerdings außer vielen mücken keine weiteren gäste, also sind auch bald wieder gegangen und sind ins chosse oder so gegangen, kein plan ob ich das jetzt richtig geschrieben hab

im chosse kam die zweite überraschung: zu der live-musik, die da ebenfalls lief, wurde natürlich ebenfalls getanzt aber einer hat ganz besonders beeindruckt: ein junge, der ungefähr 14 oder 13 jahre alt war, hat das so krass zu der musik getanzt, also ich bin aus dem staunen nicht mehr rausgekommen - die beine und arme sind da durch die luft gewirbelt, er sich die ganze zeit gedreht und hin und her gesprungen und mal in die luft und fast ein salto gemacht und dann wieder ganz schnell mit den armen und beinen seine kunst vollführt. diese art des tanzes ist typisch für die senegalessen, zu denen der junge wohl gehörte, wie reiner mit inzwischen erzählt hat

als dann die band fertig war, war erstmal ruhe, was auch ganz gut war, da ich erstmal das gesehene verarbeiten musste. und dieser junge ist die ganze zeit dann rumgelaufen und mit irgendwelchen leuten erzählt, keen plan

als die musik noch lief, kam auch mal ein mann auf die tanze, der dann fast noch besser, aber im gleichen stil getanzt hat(die beiden hatten sich auch gekannt) er sprang auch die gnaze zeit in die luft und mit seinem ganzen körper hat er sich voll im rhytmus der musik bewegt...wirklich unglaublich zu beobachten.und dann haben sie mal synchron ganz bestimmte tanzschritte vollführt, da es wohl auch ganz bestimmte tänze gibt, welche alle beherrschen also wirklich einmalig! (und ich muss zugeben, ich war auch ein binsschen neidisch^^)

zusammenfassend kann ich sagen, dass der erste abend in serekunda wirklich eine karusselfahrt aus nie gehörter musik, nie gesehenen tanzszenen und neuer eindrücke und einmaliger erinnerungen war, während der mir immer klarer vor augen schien, das die reise hierher eine der besten entscheidungen meines bisheriegen lebens war... ich denke hier ist nochmal in richtung meiner eltern, die mir das ermöglicht haben, ein virtuelles, dankendes kofpnicken angebracht haha

ich bin zuversichtlich, dass ich hier noch viele dinge sehen werde, die ich nie vergessen werde und freue mich drauf

und ehe ich es vergesse: morgens sind es hier angenehme 26°C, wenn wir frühstücken(Triumph!) und es beinahe etwas kühl

naja also bis demnächst

k.

p.s.: sorry für den langen text, es musste sein und ich fürchte, es war nicht der letzte^^

6.11.11 17:34


erstes lebenszeichen...

 jetzt endlich habe ich zeit gefunden für meinen ersten eintrag aus kololi, stadtteil von serekunda, der größten stadt in gambia

um den ganzen smalltalk-teil abzukürzen:

mein flug war gut, ich hab ein kostenloses frühstück gekriegt, es ist(wer es glaubt) ver dammt heiß hier(am tag ca.41°C), mein bett und meine latschen sind bequem und ich hab bereits das erste touristending abgekackt:

ich habe mit zwei einheimischen ein gepräch geführt, über dessen inhalt ich mir zu keinem augenblich vollständig im klaren war, infolge dessen ich aber im grunde für ein ominöses blatt 100 dalasi(die vorherrschende währung) getauscht habe

was für ein gutes geschäft haha

zum glück ist der kurs 1 zu 42

tja was kann ich noch erzählen

das leben verläuft hier abseits der hauptstraße deutlich entspannter und ruhiger...genau mein ding haha

die leute sind sehr nett, sie bleiben auf der straße stehen und unter halten sich mit dir(und ich schwöre, es steckt nur zu 90% der gedanke dahinter, etwas geld abzugreifen^^) und sie grüßen auch ohne grund

wirklich sehr angenehm

 und da ich ja keinen roman schreiben will, beende ich meinen ersten eintrag aus gambia mit der schilderung eines schönen aber subtilen und hoffentlich neid erzeugenden moment:

in kurzen sachen saß ich auf der terasse unseres hauses und las von einem kühlen lüftchen umweht und im schein der untergehenden sonne mein buch...wirklich sehr schön

 

p.s.: seit ich aus dem flieger ausgestiegen bin, gab es keinen moment, in dem ich nicht geschwitzt habe haha

also bis dann

k.

29.10.11 23:23


Noch Zuhause...

im moment schreibe ich noch von meinem heimischen pc

aber der nächste eintrag wird dann von irgendwo in gambia geschrieben

verdammt, bin ich aufgeregt haha

letztes mal in meinem bett schlafen,letztes mal mit fernseher aufsthen( um 13 Uhr) natürlich nur für die nächsten 5 1/2 monate

interessanterweise konzentriert man sich immer mehr auf die letzten als auf die ersten male, aber das ändert sich jetzt

also: das erste mal auf der südhalbkugel

das erste mal ein anderer kontinent

das erste mal ein flug über 2 stunden

aber das ist erst der anfang ... wer weiß schon wie viele erste male ich noch erleben werde wenn ich erst dort angekommen bin

ich bin sehr gespannt...

bis dann

26.10.11 18:45





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