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Was man sucht und was man findet

"Afrika ist die Wiege der Menschheit.Wir Europäer finden hier etwas, das wir in Europa vergeblich suchen."

Bevor ich hergefahren bin, war mir nicht klar, wie sehr das zutrifft. Der afrikanische Kontinent hat trotz aller entwicklung und trotz jedem fortschritts etwas in seinem wesen behalten, was viele europäer, mich eingeschlossen, anzieht und fasziniert.deshalb kann ich auch ohne zu lügen sagen, ich könnte eigentlich über jeden tag was schreiben, weil ich jeden tag dieses gefühl der ungezwungenheit, dieses afrikanische gefühl neu erlebe und es mich mit immer neuen situationen überrascht.

und deswegen möchte ich mich auch entschuldigen, dass ich erst groß aufruhr gemacht hab und jetzt nichts schreibe.ehrlich gesagt vergesse ich das oft, und die anderen male bin ich schlicht und ergreifend zu faul.naja, das ist wohl wenig überraschend.dabei ist es wirklich so, dass ich jeden tag eigenlich was schreibwürdiges sehe und erlebe.selbst, wenn es nur das ist, dass ich mittlerweile von den jungs am strand attestiert bekomme, dass ich den ataja professionell brauen kann.oder dass ich hier zwei finnische jungs getroffen habe, die ungefähr zur gleichen zeit angekommen sind wie ich, in dem restaurant neben lahmin's beach bar arbeiten und noch nicht wissen, wann sie zurückfliegen.ich hab selten so korrekte jungs getroffen, zumal ich, wenn ich will, auch bei denen arbeiten kann und ich nach möglichkeit mit den beiden volleyball spiele.sie meinten zu mir, sie würden gerne bis juli hier bleiben, aber sie wiessen es halt noch nicht.das muss man sich mal klarmachen.interessante leute trifft man halt überall.

oder ich könnte darüber schreiben, wie wir einmal, als wir mit dem auto auf die nordbank gefahren sind, um benötigtes material zu transportieren, auf dem rückweg drei stunden warten mussten, um über den fluss zukommen.und das bloss, weil die korruption hier wirklich stark ausgeprägt ist.hier geht es nicht mehr darum, wer dem einweiser für die autos geld gibt, um auf die fähre zu kommen, sondern wer wieviel gibt und welche kontakte er hat.im endeffekt sind wir dann um 7 oder halb 7 auf die fähre gekommen, was mich aber gar nicht gestört hat, weil die fährüberfahrt bei nacht auch ein schönes erlebnis war.

aber es gibt auch dinge, die total neu für mich sind.so hatte ich zum beispiel vorher noch nie das vergnügen gehabt, das gefühlschaos einer malaria-ansteckung zu erleben.auch diesen punkt habe ich nun erfolgreich abgehakt.da es allerdings nicht die ernste form der malaria war, hab ich mir sagen lassen, dass das gefühl dem einer grippe gleicht.zum glück ist die medizinische versorgung bei einer malaria sehr gut, sodass ich nach zwei tagen wieder voll da war.aber immerhin habe ich das jetzt auch erlebt.

der grund, warum ich zwar soviel allgemeines schreiben könnte, es bei der arbeit aber mangelt, ist ein ganz banaler.nämlich der, dass es einfach nicht soviel zu schreiben gibt.wir hatten zwar jetzt schon wieder ein paar fahrten zur nordbank mehr, allerdings ist der ablauf immer ähnlich und nicht spannend zu erzählen.die arbeit, die wir auf der nordbank verrichten, ist eher eine bürokratische als eine wirklich handfeste.das ist keinesfalls negativ gemeint, erklärt aber, warum ich nicht soviel darüber schreibe.im grunde fahren wir rüber, bringen bestimmte dinge zu bestimmten familien(z.B. matratzen oder reis), besprechen mit dem baunternehmer, der die notfall-apotheke renoviert, die nächsten bauschritte, besuchen dann noch ein paar familien, um geld auszuzahlen und fahren dann wieder zurück.diese arbeit ist ohne zweifel sehr wichtig, unterscheidet sich aber doch von meiner romantisch leicht verklärten vorstellung, im angesicht meines eigenen schweißes und mit eigenen händen mauern für kinderheime und schulen hochzuziehen und fußböden zu verlegen.

dass ich diese art von selbstverwirklichung hier vergeblich suche, stört mich herzlich wenig.ich würde fast sagen, es ist mir gleich.denn schließlich habe ich gegensatz die möglichenkeit gefunden, vollkommen frei und ohne touristischen aufpreis ein kontinent, ein land und vorallem ein lebensgefühl zu erleben und zu entdecken, von dem ich nicht wüsste, das es in dieser form auf der welt überhaupt noch existiert.in diesem zusammenhang muss ich alle, die erwartet haben, ich würde mir hier pünklichkeit oder ähnlichen kokolores angewöhnen, leider enttäuschen, denn dazu bin einfach auf den falschen kontinent geflogen.sorry haha^^ hier gelten, zumindest zum größten teil, noch andere gesetze.da kann es halt mal passieren, dass jemand, der mal eben zucker in dem vllt. 800 meter entfernten laden kaufen wollte, für 3 stunden verschwunden ist und dann wieder auftaucht, nur um zu sagen, dass er den zucker vergessen hat.ja, hier läuft das alles irgendwie grundsätzlicher, einfach in langsameren bahnen und hat auch einfach eine andere zielsetzung.ich will nicht behaupten, dass die leute hier keine ziele vor augen haben oder vollkommen faul sind, aber die mentalität ist einfach ungezwungener und genügsamer.die leute treffen sich, reden, trinken ataja und gehen ihren geschäften nach.wenn sie genug geld für den tee haben und abends ein bisschen was für abendessen und frühstück nächsten morgen, dann sind viele schon zufrieden, und das ist eine herrliche atmosphäre, die ich gerne in mich aufnehme.

naja, was man sucht und was man findet, wa? ich bin sehr glücklich mit dem, was ich hier finde.obwohl ich mir nicht mehr sicher bin, was ich eigentlich suche.aber glücklicherweise muss ich das hier auch nicht wissen. 

was ich aber weiß ist, dass ich euch zu hause vermisse, trotz all der schönen erfahrungen.allerdings glaube ich, dass ich es hier nur so genießen kann, weil ich weiß, dass ich eines tages wieder nach hause fahren werde, um euch das alles zu erzählen.und bevor ich es vergesse,

wünsche ich allen, die das hier lesen, schöne weihnachten nachträglich und natürlich ein frohes neues jahr 2012.ich hoffe, ihr hattet einen guten rutsch und habt schön gefeiert.ich hab es auf jeden fall gemacht.das erste mal weihnachten ohne familie war zwar komisch und ungewohnt, aber mindestens genauso ungewohnt war weihnachten und silvester ohne beißende kälte haha. und natürlich gratuliere ich allen, die mittlerweile geburstag hatten, ganz herzlich nachträglich zum geburstag (obwohl ich mir nicht sicher bin, wer das ist haha; aber ich bin mir sicher, dass es jemand ist - in diesem zusammenhang würde ich gerne die doch nicht unbedeutende entfernung als milderne umstände geltend machen^^) ich danke schonmal im vorraus

ok, wenn mal wieder was wirklich wichtiges passiert, werde ich natürlich darüber berichten, da dieser text nun eher einen theoretischen charakter hatte, aber im moment ist es halt ganz ruhig.vllt. ende januar, wenn die ärtzte kommen.

bis dahin, haltet die ohren steif und hauter rin

k.

p.s.:meine e-mail adresse steht unter "Über..." aufm webblog links

1.1.12 19:31
 


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